Expedition im Reallabor

Das Theater- und Performancekollektiv KoKo (Kompanie Kopfstand) hat sich im Januar in das Theaterhaus Berlin-Mitte zurückgezogen, um die DFG-Expedition #fürdasWissen vorzubereiten. Vier Tage lang haben die Performerinnen und Performer Julia Bihl, Charlotte Baumgart, Thomas Seher und Dominik Steinmann am zentralen Produktionsstandort für freie darstellende Künstlerinnen und Künstler in Berlin geprobt. Im Zentrum ihrer Arbeit: Fragen. Und viele heliumgefüllte Luftballons.

Ein Probenraum im Theaterhaus Berlin-Mitte: Tische, auf denen Scheren, bunte Bänder, Moderationskarten, Stifte und Kleber liegen. Dazu kleine Holzklötzchen und Stäbe, Kreide, weiße und pinkfarbene Ballons. Im Verlauf des Tages werden sie mit Helium gefüllte Träger der Fragen an die Wissenschaft, die auf lange Streifen aus Papier geschrieben werden. Die Fragen wiederum werden mit Hilfe der Utensilien, mit Kreidezeichen auf dem Untergrund oder geknoteten Querverweisen in neue Zusammenhänge gebracht. Am Ende entsteht so eine „Stadt der Fragen“, eine künstlerische Sammlung, die etwas vom Verhältnis zwischen Wissenschaft und Gesellschaft erzählt.

Tag eins

Bevor KoKo auf Reisen gehen und an den Stationen die Fragen der Bürgerinnen und Bürger einsammeln kann, müssen sich die Kunstschaffenden selbst eine Menge Fragen stellen und beantworten: Wie sprechen wir Passantinnen und Passanten an? Was motiviert Vorübereilende, stehenzubleiben und eine Frage an die Wissenschaft zu stellen? Wie kommen Gäste und Forschende ins Gespräch?
Verschiedene Formate werden durchgespielt, erste musikalische Sequenzen von Komponist Thomas Seher vorgestellt. Die Musik unterstützt später die Dialoge in der Hauptkapsel. Szenograf Dominik Steinmann entwickelt Ideen für die drei Nebenkapseln: In einer Kapsel werden Fragen spielerisch in Szene gesetzt, in den anderen finden die Gespräche statt. Einmal werden sie angestoßen von den anwesenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, einmal von den Bürgerinnen und Bürgern.

Tag zwei

Heute ist Patrick Weseloh ins Theaterhaus gekommen. Der Grafiker hat Ideen, wie die Besucherinnen und Besucher durch die Expeditionsstation geleitet werden können. Ein Lageplan wird über die einzelnen Dialogkapseln informieren, Fragekarten durch sie hindurchleiten. Hinweisschilder führen zum Kino-Bus, zu den Hörstationen und zur „Stadt der Fragen“. Am Ende können sich die Gäste einen Ballon mit nach Hause nehmen.

Tag drei

Kostümbildnerin Tatjana Kautsch gesellt sich zu den Kunstschaffenden. Welche Garderobe werden die Performerinnen tragen? Schnell sind sich alle einig: Die Kleidungsstücke müssen eindeutig künstlerisch werden. Für die Forschenden wird Tatjana Kautsch Accessoires in ähnlichem Design entwerfen.

Tag vier

Es wird ernst: Um zehn Uhr treffen die Gäste ein. Am letzten Tag der Probe will KoKo das Konzept in der Realität testen und hat Publikum eingeladen. Sie wollen herausfinden, welche Fragen die Gäste bewegen. Und wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darauf reagieren.

Komponist Thomas Seher improvisiert eine musikalische Grundatmosphäre, die Performerinnen testen ihre Eröffnungssequenzen, bitten die Gäste um Fragen. In einer Dialogkapsel beginnen die Bürgerinnen und Bürger das Gespräch zu einer Frage, die ihnen unter den Nägeln brennt. In der anderen Dialogkapsel sind es die Wissenschaftler selbst, die mit den Gästen über die eigene Forschung ins Gespräch kommen wollen. Professor Dr. Daniel Bendix von der Friedensau Adventist University und Martin Schmitt vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam nehmen die Probe sehr ernst und geben hilfreiche Anmerkungen. Überraschende Erkenntnis: Insbesondere die Dialoge, in denen die Zuschauerfragen besprochen wurden, fanden auf Augenhöhe statt. Die Forschenden konnten ihre Expertise einbringen – weniger in ihrem Fachgebiet, sondern vielmehr als Bürger mit geschultem Blick für den genauen und bedachten Umgang mit Fragen und als Experten für komplexes wissenschaftliches Denken.

Bis zum Start der Expedition im April wird es weitere Proben geben, unter anderem eine öffentliche Probe am 14. März in Berlin.

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