AgrarDebatte an der Universität Göttingen

EU-Agrarpolitik: Ist eine Umschichtung von der 1. in die 2. Säule ein Schritt in die richtige Richtung?

An der Universität Göttingen diskutieren am 28. Januar 2020 Vertreter aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Landesministerium und Nichtregierungsorganisation über die Gemeinsame Agrarpolitik der EU, mit besonderem Blick auf Direktzahlungen.

Die Verantwortlichen haben die Veranstaltung unter das Dach von “DFG2020 – Für das Wissen entscheiden” gestellt.

Anfang September stellten Forschungsministerin Karliczek, Umweltministerin Schulze und Landwirtschaftsministerin Klöckner das Agrarpaket vor. Neben der Einführung eines staatlichen Tierwohllabels auf freiwilliger Basis und dem Aktionsprogram Insektenschutz, welches u.a. ein Verbot von Glyphosat bis Ende 2023 vorsieht, beinhaltet das Paket eine Kürzung der Direktzahlungen an Landwirte. Bisher wurden 4,5 % der Mittel aus der ersten Säule in die zweite Säule umgeschichtet. Für das Jahr 2020 wird dieser Prozentsatz nun auf 6% angehoben. Dies bedeutet im Schnitt eine Kürzung der Direktzahlungen von 4,50 € pro Hektar und gleichzeitig einen Transfer von 75 Mio. € in die zweite Säule. Dort werden die Mittel für Agrarumweltmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Die Reaktionen auf das gesamte Agrarpaket fielen sehr unterschiedlich aus. Aus der Perspektive vieler Umweltverbände geht die Umschichtung von der 1. in die 2. Säule nicht weit genug; aus der Perspektive vieler Landwirte ist sie Teil eines insgesamt misslungenen Maßnahmenbündels, das Anlass für die weiterhin stattfindenden Bauernproteste gab. Wie ist diese Umschichtung einzuordnen? Welche Auswirkungen haben gekürzte Direktzahlungen auf landwirtschaftliche Betriebe? Sind die umgeschichteten Mittel in der zweiten Säule besser aufgehoben?

Die Fakultät für Agrarwissenschaften veranstaltet unter dem Format „AgrarDebatten.vorOrt“ eine öffentliche Veranstaltung am 28. Januar 2020 um 16.15 Uhr im Hörsaal ZHG 102 (Platz der Göttinger Sieben 5) an der Universität Göttingen, um u.a. diese Fragen mit vier Experten zu diskutieren. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Debatte zu verfolgen, nachzufragen und eigene Argumente einzubringen.

Teilnehmerfeld:
– Prof. Dr. Stephan von Cramon-Taubadel, Agrarpolitik, Universität Göttingen
– Markus Gerhardy, Landvolk Göttingen Kreisbauernverband e.V.
– Tobias Reichert, Germanwatch e.V.
– Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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Vortrag/Diskussion in Göttingen

28. Januar 2020

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